
Seit 14 Jahren pilgern einige Preußen zum Winter-Trainingslager nach Sachsen. Auch in diesem Jahr machte sich eine Gruppe auf den Weg. Neben dem klassischen Training gab es jedoch noch jede Menge anderes Programm. Auch eine traurige Nachricht hatten die Teilnehmenden zu verdauen.
Anfang des Jahres hieß es für eine Gruppe Preußen wieder das Gleiche seit nunmehr 14 Jahren: Zeit für scharfen Unterschnitt und schnelle Topspins im Trainingslager am Fuße der Augustusburg – von einigen auch liebevoll Tischtennis-Ferienlager genannt.
Dieses Jahr leider ohne Schnee, aber bis auf den obligatorischen Samstagsausflug zum Café auf der Augustusburg gibt es eigentlich auch keine Notwendigkeit, die kleine Welt des Tischtennis für die nächsten vier Tage zu verlassen. Denn Trainingshalle, Gaststätte und Unterkunft gibt es beim TT-Treff im „Erbgericht“ in Erdmannsdorf alles in einem!
Hatte in den vielen Jahren zuvor immer Roland Stapf, der Gründer und langjährige Leiter der ersten Tischtennis-Schule in Sachsen, das Training selbst geleitet, musste sich dieser leider aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Im letzten Jahr hatte er das Zepter an eine ehemalige Schülerin von ihm übergeben, die selbst ihre ersten Bälle im TT-Treff gespielt hatte: Vivien Scholz. Mittlerweile Nationalspielerin bei Luxemburg und mit sage und schreibe über 2000 Q-TTR-Punkten ausgestattet, hat sie sich gemeinsam mit ihrem Bruder Toni (auch nicht zu verachtende über 1800 Punkte) an die Selbstständigkeit gewagt und möchte die TT-Tradition in Erdmannsdorf fortsetzen.

Schon letztes Jahr konnten die beiden alle Anwesenden des TTV Preußen mit ihrem liebevollen Charme und natürlich ihrem Können bezaubern. Dieses Jahr waren einige Abläufe noch ausgefeilter und routinierter. Man konnte sehen, dass die beiden nun schon die Erfahrung eines Jahres mitbringen. Weiterhin waren beide aber mit so einer Leichtigkeit und Freude dabei, dass es einem nur Spaß machen kann, bei diesem Trainingslager dabei zu sein. Und ganz nebenbei werden Aufschläge geübt, Topspins gezogen und beim Bewegungstraining („side steps“!!!!) geschwitzt. Wer dann noch nicht genug kriegen kann, nimmt noch Einzelstunden oder studiert die eigene Videoaufzeichnung, um auch noch das letzte Detail zu perfektionieren.
Zum Abendprogramm gibt es natürlich – was sonst – noch mehr Tischtennis, manchmal auch am Vierertisch und bis in die Nacht. Aber auch die eine oder andere Runde Skat oder andere Brett- und Kartenspiele – Hauptsache Gemeinschaft.

Nach vier Tagen Tischtennis, deftiger deutscher Küche und dem ein oder anderen Kaltgetränk freut man sich dann am Sonntagabend auch wieder auf etwas Ruhe zuhause – bis man das Klicken des Balles dann doch wieder ein bisschen vermisst. Bis zum nächsten Jahr!
Leider mussten wir in diesem Jahr auch Abschied nehmen: Während des Trainingslagers erfuhren wir, dass Roland kurz zuvor nach längerer Krankheit verstorben ist.
Die Tradition, die er über so viele Jahre aufgebaut hat, lebt nun durch Vivien und Toni weiter – und wir sind dankbar, dass wir sie gemeinsam fortführen können.
